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50 Jahre Böckmann:.....
.....von Pferden und ihren Anhängern.

Von der Südoldenburger Schmiede zu einem der führenden europäischen Marktführer – das ist die Erfolgsgeschichte der Firma Böckmann, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Betriebsjubiläum feiert. Als Anton und Brigitte Böckmann das Familienunternehmen 1956 im niedersächsischen Lastrup gründen, ahnen sie noch nicht, dass ihr Unternehmen ein halbes Jahrhundert später über 350 Mitarbeiter beschäftigen wird. Denn eigentlich fing alles mit einem Hobby an. Wie sich daraus ein Unternehmen mit Weltruf entwickelt, das lässt sich – wenn man die Firmengeschichte von Böckmann kennt – mit einem Wort auf den Punkt bringen: Leidenschaft.

Die Leidenschaft für Pferde und den Reitsport bringen die ausschlaggebenden Impulse, die Böckmann bis heute zum Innovationsführer im Anhängerbereich machen. Die Liebe zu den Pferden liegt in der Familie. Von klein auf werden die vier Böckmann Söhne an den Reitsport herangeführt und entwickeln so ein Gespür für die Bedürfnisse der Pferde. Auf ihrem ersten Shetlandpony „Raudi“ machen Klaus, Roger, Tönne und Gilbert ihre ersten Reitversuche und bestreiten ihre ersten Turniere. Der Umgang mit Pferden gehört auch bei Anton Böckmann von Anfang an zum Alltag. In den Gründerjahren ist der Hufbeschlag zunächst das Hauptgeschäft. Mit nur 21 Jahren erwirbt Anton Böckmann seinen Meisterbrief, zahlreiche Auszeichnungen für hervorragende Leistungen im Hufbeschlag folgen. Dank seiner ausgezeichneten handwerklichen Fähigkeiten gehört im ländlichen Lastrup bald auch das Reparieren von landwirtschaftlichen Maschinen zu seinen Arbeitsaufgaben. Dem jungen Schmiedemeister kommen im täglichen Umgang schnell die ersten Einfälle, wie man die Arbeiten im landwirtschaftlichen Betrieb erleichtern oder angenehmer machen kann. Es entstehen die ersten Produkte, wie das zum Patent angemeldete Gitterrad, das als Zwillingsbereifung für Traktoren dient, der Gummiwagen oder der erste Viehanhänger – die Basis sowohl für den ersten Pferdeanhänger als auch für den ersten Kastenanhänger.

Wie bei den anderen Produktentwicklungen, steht auch beim ersten Pferdeanhänger der praktische Nutzen im Vordergrund – mit einem kleinen Unterschied. Ausschlaggebend für die ersten Überlegungen ist nicht etwa eine Geschäftsidee oder der Wunsch, für die Landwirtschaft eine Verbesserung zu schaffen, sondern der erste Pferdeanhänger ist vielmehr ein Ergebnis, das „aus der eigenen Not“ heraus entsteht. Anton Böckmann fehlt für die eigenen Pferde eine geeignete Transportlösung. Was liegt da näher, als sie kurzerhand selbst zu entwickeln?

Denn in den 50er und 60er Jahren sind die Beförderungsmöglichkeiten für Pferde schlecht. Zwar muss das Pferd nicht mehr zum Turnier geritten werden – eine durchaus gängige Praxis aufgrund der mangelnden Transportmöglichkeiten nach dem Zweiten Weltkrieg – der Transport im vom Trecker gezogenen Viehwagen ist aber auch alles andere als bequem für die Pferde. Die für das wesentlich kleinere und kräftigere Vieh ausgelegten Anhänger bieten den Pferden wenig Halt und erhöhen die Verletzungsgefahr. Die Idee, einen Anhänger „aus der Sicht der Pferde“ zu entwickeln ist geboren und wird direkt umgesetzt. Geleitet von dem Ansporn, den Pferden den Transport so angenehm wie möglich zu machen, entwickelt Böckmann die Pferdeanhänger schnell weiter. Bereits einer der ersten Anhänger hatte zur Verbesserung des Fahrkomforts der Pferde ein Windshot, dem folgt ein geschlossenes Verdeck mit einer Segeltuchplane, die die Tiere vor Wind und Regen schützt. So nimmt die kontinuierliche Weiterentwicklung ihren Lauf und es entstehen zahlreiche kleine und große Innovationen, die alle dem Wohl der Pferde dienen. Die besondere Verantwortung gegenüber dem äußerst sensiblen und wertvollen „lebenden Transportgut Pferd“ erfordert eine spezielle Herangehensweise und macht den Pferdeanhänger bis heute zur selbsternannten „Königsdisziplin“ bei Böckmann.

Was den eigenen Pferden mehr Komfort bietet, findet auch sofort außerhalb der Familie Anhänger. Die Nachfrage nach Böckmann Anhängern steigt, so dass Anfang der 70er Jahre die Serienproduktion aufgenommen wird. Neben den Pferdeanhängern, sind auch Ponykutschen im Angebot und parallel werden das Know-how und die innovative Arbeitsweise aus der „Königsdisziplin“ auf die Produktentwicklung bei der Konstruktion von PKW-Pofi-Anhängern übertragen. Mit diesem breiten Produktspektrum bietet Böckmann Transportlösungen jeder Art und die Vorteile eines „Anhangs Erster Klasse“ sind schon bald über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt und beliebt.

Sind die PKW-Anhänger für Profis vor allem wegen ihrer Robustheit und Stabilität gefragt, schätzen Pferdefreunde, die besondere „Nähe zu den Pferden“, die sich in jeder kleinen und großen Detaillösung eines „Böckmanns“ widerspiegelt. Das überzeugt Hobbyreiter und Reitprofis wie John und Robert Whitaker oder Linda Tellington-Jones gleichermaßen. Wer seinem Pferd die Strapazen einer Reise möglichst angenehm gestalten möchte, der setzt bis heute auf einen Böckmann. Und das weltweit. Böckmann spricht die Sprache der Pferde und die wird überall verstanden, ob in Australien, in Island oder in Dubai. In über 25 Ländern der Welt sind die hochwertigen Böckmann Anhänger heute unterwegs. Böckmann wird schnell zum Inbegriff für Pferdeanhänger – was besonders offensichtlich in Polen ist, denn das polnische Wort für „Pferdeanhänger“ ist hier „Böckmann“.

Alle Ideen ergeben sich aus dem Umgang mit dem eigenen Pferd und werden „aus der Praxis für die Praxis“ entwickelt. Das von den vier Böckmann Brüdern geführte Familienunternehmen umfasst mittlerweile drei Geschäftsbereiche, die sich optimal ergänzen und die Grundlage vieler wertvoller Erfahrungen sowie einer schier unerschöpflichen Inspirationsquelle sind. Sowohl aus der von Tönne Böckmann geführten Hengststation, die so namhafte Pferde wie den Stempelhengst Landadel hervorgebracht hat, als auch aus dem Ausbildungs- und Turnierstall von Gilbert Böckmann kommen immer wieder wichtige Impulse für die von Klaus und Roger geführten Fahrzeugwerke. Sie bieten eine ideale Basis, um z. B. Prototypen im Praxistest auf Herz und Nieren zu prüfen. Die konsequente Kundenorientierung ist daher nicht zuletzt einem der wichtigsten Ideengeber, dem Pferd, zu verdanken. Die vier Brüder sind passionierte Reiter und können allesamt reichlich Turniererfahrungen und -erfolge nachweisen. In enger Zusammenarbeit und durch einen regen Gedankenaustausch fließt das geballte Fach- und Pferdewissen der Brüder immer wieder in die Produktentwicklung ein.

Genau das macht Böckmann seit einem halben Jahrhundert zum Vorreiter vieler kleiner und großer Innovationen. Eine der bahnbrechenden Entwicklungen war beispielsweise das Mitte der 80er Jahre entwickelte Paniksystem. Das (höhenverstellbare) Sicherheitsboxenstangensystem verbessert den Transport der Pferde und ermöglicht im Notfall ein Öffnen der Boxenstange ohne Verletzungsgefahr für Pferd und Reiter. Das System ist heute Standard in jedem guten Pferdeanhänger.

Sicher und komfortabel sollte auch die Transportlösung sein, die die olympische Reiterequipe für die Olympischen Spiele 1988 in Seoul benötigte. Um den Pferden den langen Flug, so angenehm wie möglich zu machen, entwickelte Böckmann unter Berücksichtigung der ganz speziellen Anforderungen für die Lufthansa einen neuartigen Flugcontainer. Vor allem technische Finessen sorgten dafür, dass die wertvollen Profi-Pferde entspannt „erster Klasse“ fliegen konnten.

Maßgeschneidert sind auch die seit Mitte der 70er Jahre produzierten LKW-Aufbauten. Sie sind jeder für sich ein exklusives Einzelstück und werden nach den individuellen Wünschen und Bedürfnissen von Reiter und Pferd gefertigt. Die Konstruktionen bieten bis zu zehn Pferden Platz und die zahlreichen Ausstattungs- und Gestaltungsmöglichkeiten machen sie gleichzeitig für den Reiter komfortabler als so manches Hotelzimmer im gehobenen Bereich.

In solider Handwerksarbeit und mit modernster Produktionstechnik bietet Böckmann heute ein umfangreiches Produktsortiment. Vom günstigen Einsteiger-Modell, wie dem Classic, bis hin zum luxuriösen Top-Modell der Polyester Klasse, wie dem Mega Master de Luxe – oder von den zahlreichen Modellen aus der Plywood-, Aluminium-, Western-, oder Ponyklasse ist im Pferdeanhängerbereich für jeden das Passende dabei. Mit der „Böckmann Spezialklasse für den Reitsport“ hat Böckmann außerdem PKW-Profi-Anhänger für den Einsatzbereich im Stall- und Hofbetrieb im Angebot. Aber auch für alle anderen Einsatzbereiche findet man im Böckmann Produktsortiment der robusten PKW-Profi-Anhänger das Richtige. Egal, ob z. B. Kastenanhänger, Kipper, Kofferanhänger oder Fahrzeug-Transporter – alle Profi-Anhänger werden immer aus der Praxis für die Praxis weiterentwickelt und bieten funktionale Detaillösungen und ein Höchstmaß an Wertstabilität.

Mit über 350 Mitarbeitern in der gesamten Böckmann Gruppe wird im Jubiläumsjahr 2006 für den Fortschritt gearbeitet. Davon sind ca. 270 Mitarbeiter bei den Fahrzeugwerken in Lastrup beschäftigt, die jedes Jahr auf einer Produktionsfläche von 21.600 qm ca. 6.000 Pferdeanhänger und 23.000 Profi-Anhänger produzieren. Und man darf sicher sein, dass mit viel Leidenschaft, technischem Know-how und Innovationsfreude auch in Zukunft in der Böckmann Ideenschmiede zahlreiche Neuheiten und Verbesserungen entwickelt und umgesetzt werden.


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