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Anton Böckmann
Der Begründer der weltweit agierenden und führenden Fahrzeugwerke sowie der bedeutenden Hengststation in Lastrup-Hamstrup, Anton Böckmann, verstarb in der Nacht zum 2. Oktober 2010. Anton Böckmann erhielt bereits mit 21 Jahren seinen Meisterbrief als Schmied. Als Hufbeschlagsschmied gründete er 1956 mit seiner Frau Brigitte, die er im gleichen Jahr heiratete und die ihm zeitlebens zur Seite stand, die Firma Böckmann, um zunächst Schmiedearbeiten am Pferd und an landwirtschaftlichen Maschinen durchzuführen. Erste kleinere Anhänger für landwirtschaftliches Nutzvieh unter dem Namen Ablas und Kutschwagen für Ponys wurden gebaut.
Pferde als Leidenschaft Seine Leidenschaft für Pferde hat sein Leben bestimmt. Das erste Pony der vier Söhne, Antonius, Gilbert, Klaus und Roger, war das Shetlandpony Raudi. Ihm folgten Welsh B- und Reitponys, mit denen Anton Böckmann auch züchterisch außerordentlich erfolgreich war. So zeichnet er für den Import einer der Weser-Ems Stammstuten, Rosepark Prelude, aus Großbritannien verantwortlich. Der Welsh B-Hengst Ernesto, der in nahezu allen Zuchtgebieten wirkt, ist von ihm gezogen worden, und auch die Oldenburger Stute Furina, Mutter der Stempelhengste und Leistungsträger der Weser-Ems-Reitponyzucht Viktorias Colano und Viktorias Chirac, entstammen seiner Zucht. Mit der Welsh B-Stute Sonja feierte er 1972 den Sieg auf der 1. Zentralen Stutenschau des Weser-Ems-Ponyverbandes, im gleichen Jahr stellte er mit Emperor den Siegerhengst der Welsh B-Hengste. 1980 errang er mit der Emperor-Tochter Super-Girl den DLG-Sieg in Hannover. Aber auch für das Springpony Benno, mit dem der damals zwölfjährige Ulrich Kirchhoff an den Europameisterschaften teilnahm, zeichnet er als Züchter verantwortlich.
Reitende Söhne Da seine Söhne reiterlich viel unterwegs waren, konstruierte Anton Böckmann für die Ponys einen Anhänger, um sie pferdegerechter und bequemer transportieren zu können. Hieraus entwickelte sich die weltweit bekannte Pferde-Anhänger-Produktion. Ab 1970, als auch die Söhne der Ponygröße entwachsen waren, stellte Anton Böckmann seine Zucht auf die Oldenburger Großpferde um. Zunächst stark beeinflusst von den Vorwerkschen Hengsten, konnte er aus seinem ersten Zuchtjahr bereits 1973 die Siegerstute der Oldenburger Elitestutenschau stellen, die St.Pr.St. Fumira v. Furioso II. Sie wurde auch Mutter des ersten selbstgezogenen Hengstes, Lurioso v. Luciano. Für die Ponyzucht hatte Anton Böckmann den englischen Vollbluthengst Apslau xx entdeckt und aufgestellt, neben dem Welsh-B Hengst Emperor. Auch in der Hengsthaltung stellte er auf Großpferde um, die Oldenburger Hengststation Böckmann ist seit 1985 in Betrieb. Zunächst wurden die selbstgezogenen Hengste wie Uruguay v. Ultraschall, der im Springsport in der Klasse S erfolgreich war, aufgestellt. Ihm folgten Strohmann xx, Pink Floyd und Zymbal. 1986 waren es bereits sechs Hengste, die auf Station standen. In der Anfangszeit wurden auch prägende Hengste wie Grundstein II, Rolando und Lord Liberty den Züchtern zur Verfügung gestellt. Später folgten Andiamo, Cordalme, Le Cou Cou, Ile de Bourbon, Pik Solo, Pontiac xx, Grandeur, Sevillano xx, Ex Libris, Romancier, Oldtimer xx, Quattro B, Grannox, Pablo, Justinian xx, Matador II, Welt Hit II, Landkaiser, De Niro, Liberty Life, Wolkentanz II, Landcapitol und viele andere mehr.
Züchterische Erfolge Mit Sohn Antonius, der später die Hengststation übernahm und weiterentwickelte, stationierte er den Stempelhengst Landadel in Lastrup. Seine Hengste setzte er auch erfolgreich in der eigenen Zucht ein. So ist er Züchter der gekörten Hengste Corghano v. Cordalme, Landrover v. Landadel (beide SSpringen erfolgreich) und Royal Blue v. Ramiro (Royal Z II in DK), die von von ihm gezogene Stute Ultramarin v. Pink Floyd wurde Mutter zu den S-Pferden Ultra Latein v. Lateiner (Dressur) und Ultra Liberty v. Lord Liberty (Springen), Gitana v. Cordalme ist S-Springen erfolgreich, St.Pr.St. Aquinora v. Quattro B wurde 2001 Brillantringstute in Rastede. Zu seinen größten züchterischen Erfolgen zählen die Oldenburger St.Pr.St. Rolanda v. Rolando, die mit Sohn Gilbert u.a. siegreich in Nationenpreisen unterwegs war, und der gekörte Cordalmé v. Cor de la Bryère, der ebenfalls mit Gilbert internationale Erfolge feierte, und nachhaltig die Oldenburger Zucht beeinflusste.
Der Familienbetrieb Alle vier Söhne von Anton Böckmann sind heute der Familienbetrieb. Durch den Praxisbezug und den Austausch untereinander werden die Zweige des Unternehmens Böckmann, Fahrzeugwerk, Ausbildungs- und Turnierstall sowie Hengststation, fortwährend weiterentwickelt. 1996 wurden Klaus und Roger mit dem Unternehmerpreis des Oldenburger Münsterlandes ausgezeichnet. Gilbert zählt zu den erfolgreichsten Springreitern und Tönne zu den größten Hengsthaltern. 2006 wurde Anton Böckmann für seine Verdienste um die Pferde- und Ponyzucht vom Verband der Züchter des Oldenburger Pferdes mit der goldenen Ehrenadel, seitens des Pferdestammbuchs Weser-Ems mit der Küter-Luks-Medaille ausgezeichnet. Anton Böckmann ist in seiner Arbeit sowohl in der Firma als auch in den Pferdebetrieben aufgegangen. Der Verband der Züchter des Oldenburger Pferdes und das Pferdestammbuch Weser-Ems verlieren mit Anton Böckmann einen außerordentlich engagierten und passionierten Züchter und Hengsthalter, der beide Zuchtverbände maßgeblich mit geprägt hat. Er wird durch sein Engagement, seine Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit und Bescheidenheit in Erinnerung bleiben. Vorstandsmitglieder, Züchter und Mitarbeiter der Verbände werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Erschienen in Pferdeforum Ausgabe 11/2010 Autorin: Mareile Oellrich-Voeresch
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